Bauwerksbegrünung: Grüne Dächer und Häuser – die Lungen unserer Städte

Die Vorteile von Gründächern

Für jeden Bürger der Union wird es bis 2030 5 m2 Gründach oder grüne Fassade geben. Zugegeben, diese Vision der EFB (Europäische Föderation der Bauwerksbegrünungsverbände) ist möglicherweise etwas optimistisch, jedoch ohne Zweifel ein höchst erstrebenswertes Ziel.

Tatsache ist, dass die Bauwerksbegrünung gleich mehrere äusserst überzeugende Vorteile bietet:

- grüne Dächer vermindern die Flächenversiegelung und geben den Städten ein Stück Natur zurück

- solche begrünte Flächen sorgen für eine bessere Luft in den Städten, indem sie Staub und Schadstoffe filtern

- sie schützen das Dach

- sie sparen Energiekosten im Sommer

- sie bieten Lebensraum für Insekten

- sie dämmen Lärm

- und nicht zuletzt speichern sie Regenwasser, entlasten damit die Kanalisation und reduzieren Hochwasser und Erosion.

Und wie sieht es mit dem finanziellen Aspekt aus?

Eine Studie über die Wirtschaftlichkeit von Gründächern aus der Sicht des Bauherrn von Fritz Hämmerle, EFB hat ergeben, dass sich die hohen Initialkosten langfristig auszahlen. In dieser Studie werden Faktoren wie

- die längere Lebensdauer von Gründächern

- deren Dämmwirkung

- die geringere Reparaturkosten

- und vor allem die Einsparungen durch reduzierte Abwassergebühren

den Gesamtkosten für den Bauherrn gegenübergestellt.

Besonderheiten des Aufbaus eines Gründachs im Vergleich zu herkömmlichen Dachabdeckungen

Von zentraler Bedeutung für den Bau eines Gründachs sind die Dachabdichtung und selbstverständlich die Statik, d.h. die Tragfähigkeit muss gegeben sein. Meistens handelt es sich bei Gründächern um Flachdächer. Unterschieden wird zwischen extensiven und intensiven Gründächern. Auf extensiven Gründächern liegt eine ca. 5 – 15 cm hohe Erdschicht, die mit Sedumarten, Moosen, Wildkräutern, Blumenpflanzen und Gräsern bewachsen ist. Bei intensiven Gründächern hingegen ist die Erdschicht zwischen 15 und 150 cm stark und mit den unterschiedlichsten Pflanzen und Bäumen bewachsen. Solche Dächer können als Dachgärten und somit als zusätzlichen Lebensraum für die Hausbewohner genutzt werden, erfordern jedoch einen viel grösseren Pflegeaufwand als extensive Gründächer​.

Andere Formen der Begrünung

Die Fassadenbegrünung bietet ähnliche Vorteile wie das Gründach. Mit geeigneten Gerüstkletter- und selbstklimmenden Pflanzen können Fassaden individuell gestaltet werden. Gerüstkletterpflanzen benötigen – wie der Name sagt – ein Gerüst bzw. eine Hilfe beim Hochklettern an Hauswänden. Dazu gehören Schlingpflanzen (umwinden die Kletterhilfe), Rankpflanzen (bilden Ranken und halten sich damit fest) sowie Spreizklimmer (klettern hoch mithilfe langer, sparriger Triebe). Selbstklimmende Pflanzen klettern mithilfe von Haftorganen wie Haftwurzeln (z. B. Efeu, Kletterhortensien).

Ein weiteres eindrückliches Beispiel von Gebäudebegrünung ist in Mailand zu sehen: Der „Bosco Verticale" (vertikaler Wald), ein Gebäudekomplex, mit dem der italienische Architekt Stefano Boeri 2014 den internationalen Hochhauspreis gewann. Auf den Balkonen der beiden Wohntürme sorgen Hunderte Bäume und Tausende sonstiger Pflanzen für ein angenehmes Mikroklima und setzen ein wegweisendes Zeichen für Mailand als grüne Stadt der Zukunft.

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