Bienen in Not

Schon gehört? Den Bienen geht es schlecht

Wir sind auf die Bienen angewiesen, wenn wir weiterhin Früchte und Gemüse ernten und auch sonst von den Produkten der Natur profitieren möchten. Die Bienen (nicht nur die Honigbienen, sondern auch Wildbienen inkl. Hummeln, Schmetterlinge, Käfer usw.) arbeiten für uns und machen all dies möglich. Sie entnehmen den Pflanzen Nektar und Pollen als Nahrung und sorgen im Gegenzug für deren Vermehrung.

Widersacher der Bienen

Und was tun wir? Als Imker machen wir ein Geschäft mit ihrem Honig, wobei die – wie das heute so üblich ist - versuchen, möglichst viel mit möglichst wenig Aufwand herauszuholen. Und als Konsument kaufen wir den Honig gerne, aber am liebsten so billig wie möglich. Und dabei sollten beide Seiten sich ab und zu in Erinnerung rufen, dass die Bienen den Honig doch gar nicht für uns, sondern – wer hätte das gedacht – für sich selber produzieren.

Und wie bedanken wir uns für die Arbeit der Bienen? Unser Geschenk an die Bienen sind unsere tristen Agrarwüsten und auf „Sauberkeit" getrimmten, sterilen Gärten, also leergefegte Landschaften, in denen die Bienen immer weniger Nahrung finden. Sauber halten wir unsere zunehmend bienenfeindliche Umwelt mithilfe von perfiden Pestiziden, die unseren so nützlichen Helfern effizient den Garaus machen. Perfide darum, weil die Bienen offenbar wie der klassische Nikotinsüchtige mit bestimmten Pestiziden (Neonikotinoide) behandelte Pflanzen sogar bevorzugen (siehe Kessler, Tiedeken et al.). Und nicht zuletzt ist da auch noch die Varroamilbe, die das ihre zur Schwächung der Biene beiträgt.

Die Biene schlägt zurück

Jetzt aber müssen wir erfahren, dass die Biene dem Menschen in Sachen Perfidität um nichts nachsteht. Sie holt zum Gegenschlag aus: Nicht etwa, indem sie uns vermehrt sticht (auch wenn man ihr dies nicht verübeln könnte), sondern durch das Bienensterben.

Ein Plädoyer für die Biene

Es ist also an der Zeit, dass wir endlich unseren Teil des Deals erfüllen und der Biene etwas mehr zurückgeben als lediglich die Honigbienen mit Zuckerwasser abzuspeisen und über den Winter zu bringen. Zum einen sollten wir uns auf alle möglichen Weisen dafür einsetzen, dass die Landwirtschaft endlich menschen- und bienenfreundlichere Züge annimmt. Da es aber noch lange dauern kann, bis sich da etwas ändert, können wir bereits jetzt in unseren eigenen Gärten und auf unseren Balkonen mit den richtigen Pflanzen und Nistangeboten unsere fleissigen Helfer mit Essen & Unterkunft versorgen!

Anfangen kann man damit, doch auch etwas „Unkraut" stehenzulassen und Wildstauden statt Hybriden anzupflanzen und dabei den Garten nicht umzugraben. Eine Randbemerkung: Viele wissen nicht, dass Wildkräuter oft essbar und für unsere Salate und Suppen eine Bereicherung sind. Hinzu kommt, dass sie den Bienen den Nektar meist leichter zugänglich anbieten als viele unserer hochgezüchteten Stauden. „Unordentlich" und „unaufgeräumt" ist der neue Look im Garten, an den man sich schnell gewöhnen kann. Das heisst, keine blossen Rasenflächen mehr, die geschnitten werden, kaum sind sie 2mm gewachsen, und bitte nicht immer gleich alles Verblühte wegschneiden, dies bietet oft Futter und Rückzugsmöglichkeiten für die Nützlinge im Garten!

Powerfood für Bienen

Im Frühjahr ist der Tisch für die Bienen meist reichlich gedeckt. Am besten sorgen wir also dafür, dass sie auch im Sommer und Herbst gut versorgt sind. Dazu eigenen sich insbesondere Phacelia, Sonnenblume, Kornblume, Sommerflieder, Bartblume, Borretsch, Lavendel usw. Und dabei gilt: Klotzen, nicht kleckern - eine Pflanze allein ist nicht ausreichend (ausser natürlich bei Sträuchern und Bäumen). Ein Geheimtipp ist der Bienenbaum (Euodia hupehensis) aus der Familie der Rautengewächse, der nicht nur gut riecht und die Bienen bis in den Herbst hinein mit Nahrung versorgt, sondern im Winter auch den Vögeln Futter bietet.

Guten Appetit!

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